Aktuelles aus dem Verein und von der Burg

04
Dez

Führung und Orgelkonzert: Die Stiftskirche Fröndenberg, Grablege der Grafen von der Mark von Jochen von Nathusius

Es gibt viele gute Gründe, die Stiftskirche in Fröndenberg/Ruhr zu besuchen: Architekten und Denkmalpfleger bewundern die Baustilelemente von der Romanik bis zur Gotik, Musikfreunde wertschätzen die Barockorgel und Kunstliebhaber vertiefen sich in den Marienaltar aus dem Umfeld des Conrad von Soest. Sehenswert ist außerdem das Hochgrab des Grafen Eberhard von der Mark und seiner Frau Irmgard von Berg, die – ebenso wie vier weitere märkische Grafen – in der einstigen Klosterkirche der Zisterzienserinnen beigesetzt wurden.
Zur letzten Veranstaltung in diesem Jahr lade ich Sie zu einer Führung durch die Stiftskirche ein. Der Fröndenberger Stadtarchivar Jochen Engelhard von Nathusius stellt uns die Kunstschätze und Besonderheiten vor, nachdem die preisgekrönte Organistin Daria Burlak uns mit Musik von Bach, Mussorgski und Nicolai eingestimmt hat.

Die Kirche, die der Jungfrau Maria gewidmet ist, war fast 200 Jahre Mittelpunkt eines Zisterzienserinnenklosters. Aus dem Kloster entwickelte sich das „freie Stift“, das vierhundert Jahre lang die Bildung und Versorgung der ledig gebliebenen Töchter und der Witwen einflussreicher Familien übernommen hat. Das Gotteshaus ist aus dem Sandstein der Region auf einer letzten Stufe des zu den Ruhrauen hin absteigenden Haarstrangs erbaut. Obwohl seit zwei Jh. als Pfarrkirche genutzt, ist seine Geschichte im Namen „Stiftskirche“ erhalten geblieben. Der kreuzförmige Grundriss, ein gerader Chorabschluss, Dreifenstergruppen und ein Dachreiter (statt eines erst 1902 errichteten Glockenturms) sind Zeugen der Zisterzienser-Kirche.
Als Folge der Reformation wurden in der Kirche seit dem 17. Jh. Gottesdienste der Protestanten, der Reformierten und der Katholiken gefeiert; die drei Prediger wurden vom Stift besoldet. Die Kirche, heute im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen, ist weiterhin eine Simultankirche, d. h. sie wird zu einem Drittel von der katholischen und zu zwei Dritteln von der evangelischen Pfarrgemeinde im ökumenischem Geist genutzt.
Nachdem Graf Eberhard II. 1288 auf dem Schlachtfeld bei Worringen den Erzbischof von Köln besiegte und damit den Aufstieg der Grafen von der Mark einleitete, wurde die Kirche zur Grablege dieses Grafengeschlechts erhoben.
Das Hochgrab bekam 1902 seinen jetzigen Standort. Die hervorragende Bildhauerarbeit wurde nach dem Tod von Irmgard von Berg 1293 begonnen und nach dem Tode des Grafen Eberhard II. 1308 vollendet. Die Füße von Irmgard ruhen als Symbol der Treue auf einem Hund, die Füße Eberhards als Symbol der Stärke auf einem Löwen.

Nach einem Rundgang mit Rainer Ströwer, Vorsitzender des Heimatvereins Fröndenberg/Ruhr durch die Kirche, wurden die Besonderheiten des historischen Gebäudes auch von außen besichtigt. Bemerkenswert ist das Wohnhaus von Clara von Boeselager, das auf den baulichen Überresten des Kreuzgangs des früheren Zisterzienserklosters steht.
Die insgesamt sehr stimmungsvolle und gelungene Veranstaltung fand ihren Abschluss bei Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus.

Kurzbericht und Fotos: Irmgard Mämecke

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